Roadtrip Tag 8-10: Eiszeit in El Calafate

Roadtrip Tag 8-10: Eiszeit in El Calafate

22-24/11/2018

El Calafate empfängt uns selbst am Abend noch mit strahlendem Sonnenschein. Hier in den Breiten ist es im Sommer bis 23 h hell. Wir haben eine gemütliche Cabana gemietet und werden, als wir sie dann endlich gefunden haben, sehr herzlich von der Besitzerin Fabi empfangen. Das Gebiet ist neu besiedelt und die Straße ist noch in keiner Karte zu finden.

Da wir misstrauisch sind, ob das Wetter hält, planen wir gleich für den nächsten Tag den Ausflug zum Highlight des Parque des Glaciares, dem Perito Moreno Gletscher. Dies ist einer der wenigen Gletscher, die seit der Beobachtung gewachsen sind. Er befindet sich aufgrund der geographischen Gegebenheiten jetzt in einer mehr oder weniger konstanten Situation. Der Gletscher mündet in den türkisblauen Lago Argentino. Genau an der Mündung liegt jedoch die Nase einer Halbinsel. Auf diese schiebt sich der Gletscher und trennt damit einen Teil des Lago Argentino ab. Dessen Wasserstand steigt dann im Schnitt 23,5 m über den des Hauptsees – bis der Druck so groß wird, dass das Wasser sich durch den Gletscher drückt. Die dann einsetzende Flutwelle reisst die Gletscherfront ab, bis sich die Lage stabilisiert – und das Spiel wieder von Vorne losgeht.

Mmmmh, Brezeln

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir machen uns auf den Weg zum Gletscher. Im Ort entdecken wir eine deutsche Bäckerei und machen noch kurz einen Kaffee-Stop. Aber es gibt auch leckere Brezeln, da können wir nicht widerstehen. Wir unterhalten uns noch kurz mit den Besitzern, die vor 20 Jahren hierher ausgewandert sind. Damals war der Ort, der in den letzten Jahren rasant gewachsen ist, noch ein kleines, verschlafenes Nest.

An den Hängen entlang der Zufahrtsstraße zum Gletscher blühen überall knallrote Feuerbüsche. Das Aussteigen zum Fotos machen, gestaltet sich heute aber mal wieder sehr windig. Am Gletscher wird man auf einen Parkplatz geleitet, auf dem schon viele Autos und Busse stehen und kann dann mit einem Shuttelbus zum Ausgangspunkt fahren. Oben angekommen fühlen wir uns ein bisschen wie auf dem Rummelplatz. Naja, egal. Auf verschiedenen Stegen kann man am Hang runter Richtung Gletscher laufen und hat dann eine mega Aussicht auf die bis zu 70 m hohe Gletscherfront. Beim Fotografieren reisst es einem zwar fast das Handy aus der Hand, aber der Anblick ist einfach nur atemberaubend schön. Vorne die roten Feuerbüsche, hinten der blau schimmernde Gletscher und das türkise Wasser. Dann ziehen noch zwei Kondore Kreise über unseren Köpfen. WOW!
Immer wieder hört man ein Donnern oder Krachen und teilweise riesige Eisblöcke brechen ab und fallen ins Wasser. Sehr spektakulär!

Über die Stege kann man bis zum Parkplatz zurücklaufen. Immer wieder eröffnen sich dabei neue Blicke auf das Eis und wir machen (mal wieder) viel zu viele Fotos 😀 .  Auf der Rückfahrt nach El Calafate entdecken wir ein paar Gipfel in der Ferne. Cool, das sind die Spitzen des Torres del Paine Massivs. Immerhin haben wir die jetzt schon mal gesehen.

An nächsten Tag besuchen wir das sehr interessante Gletschermuseum “Glaciarum”.

Das Gletschermuseum Glaciarium

Hier wird alles zu Eis, Schnee und der Entstehung von Gletschern erklärt und Videos gezeigt, auch über das Gletschertrekking und die Ruptura, wenn die Eisbrücke durch den Druck des aufgestauten Teilsees, zusammenbricht. Zuletzt passiert am 11. März 2018. Auch das Thema Klimawandel wird am Ende aufgegriffen, so dass wir etwas nachdenklich das Museum verlassen. Nach einer günstigen, da erfolglosen Shoppingtour, gönnen wir uns mal wieder ein Restaurantbesuch und Ralph bekommt endlich sein Filetsteak. Beim Essen überlegen wir, ob wir nicht einen Tag länger bleiben, um morgen doch noch eine Gletschertrekkingtour zu machen. Die sind zwar sehr teuer, aber irgendwie sind wir neugierig geworden. Nach dem Essen buchen wir also kurzentschlossen eine Tour für morgen und organisieren eine zusätzliche Übernachtung.

In der Nacht stürmt es orkanartig, so dass das Dach der Cabana klappert. Ich liege lange wach, und überlege, wie man bei dem Sturm denn auf dem Gletscher rumkraxeln soll. Morgens heißt es dann, Kram packen und wir werden sehr überschwänglich von Fabi verabschiedet. Dann machen wir uns auf zum Hafen im Nationalpark von wo die Gletschertrekkingtour startet.

Das Schiff fährt recht nah an der Gletscherfront entlang, bevor es am gegenüberliegenden Ufer anlegt. Wir bekommen einen lustigen Guide. Er erklärt uns, wie der Gletscher hier entsteht und dass er sich ca. 2 m am Tag bewegt. Das Nährgebiet im riesigen südpatagonischen Eisfeld liegt auf über 2000 m, die Gletscherzunge im See nur noch auf 190 m. Wir laufen zum Gletscherrand und bekommen dort Eiskrampen angelegt und dann geht’s im Gänsemarsch auf das Eis. Zwischen den blauschimmernden Eiszacken fühlt man sich wie auf einem anderen Planeten.  Pures Eis in allen möglichen Blautönen und dazwischen klare Bäche oder Seen. Aus denen kann man ohne Probleme trinken, das kalte, reine Wasser schmeckt ganz weich und frisch. Zum Abschluss der Tour gibt’s einen Whiskey on the glaciar rocks 🙂

Obwohl das ganze eine richtige Touriveranstaltung war, sind wir total begeistert. Sowas haben wir vorher noch nie gesehen!

 

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